Safer Sex

Safer Sex heißt, deinen Körper vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Die wichtigsten Regeln lauten:

Wichsen

Viele Freier möchten, dass du ihnen und dir einen runterholst. Wichsen ist sehr safe. Wenn du und dein Kunde keine Hautveränderungen oder Verletzungen am Schwanz haben, dann kannst du dich kaum mit sexuell übertragbaren Krankheiten anstecken. Wenn du allerdings kleine Wunden an der Hand oder am Schwanz hast, dann sei vorsichtig. Achte vor allem darauf, dass diese Stellen nicht mit Sperma in Kontakt kommen.
Wenn du und dein Freier keine Hautveränderungen haben, kann das Geschäft vor allem durch Parasiten getrübt werden. Krätze und Filzläuse machen auch vorm Wichsen nicht halt und können schon durch den engen Körperkontakt übertragen werden. Auch mit Feigwarzen kannst du dich anstecken, wenn du deinem Freier einen runterholst.

Blasen

Aktiv – du bläst dem Gast einen

Sperma schlucken: Auf jeden Fall musst du darauf achten, dass du kein Sperma schluckst. Im Geschäft und im Privaten gilt: Raus bevor es kommt! Denn im Sperma findet man das HI-Virus, den Erreger von Aids, in hoher Konzentration. Wenn du Sperma schluckst, kannst du dich also mit HIV anstecken.
Verabrede vorher mit deinem Gast: „Sag mir Bescheid, wenn du kommst. Schlucken ist nicht.“ Wenn du deinen Freier ohne Kondom bläst, achte auf seine Erregung. Wird sein Schwanz noch praller oder fängt an zu zucken, fängt er an schneller zu atmen, dann raus mit seinem Teil. Aber auch ohne Anzeichen kann er jederzeit kommen. Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst, verwende ein Kondom.

Lusttropfen/Vorsaft: Der Lusttropfen ist die klare Flüssigkeit, die aus dem Penis kommt, wenn Mann richtig erregt ist, aber noch nicht zum Orgasmus gekommen ist. Auch im Lusttropfen findet man das HI-Virus. Allerdings in so geringer Menge, dass du dich kaum mit HIV anstecken kannst, wenn du keine Wunden in deinem Mund hast.
Vorsaft ist nicht immer zu unterscheiden vom Sperma. Manche Männer saften schon ordentlich mit Sperma vor, bevor sie zum Orgasmus kommen. Dann gilt wieder die Regel: Raus mit dem Ding. Vorsicht auch mit alten Spermaresten. Wenn dein Kunde schon einmal gekommen ist, soll er sich den Schwanz waschen und einmal pinkeln, bevor du ihm wieder einen bläst. Denn in den Spermaresten können sich alle möglichen Erreger, auch der von HIV, befinden.

Blasen ohne Schlucken: Du kannst einige andere Krankheiten auch bekommen, wenn du dem Gast einen bläst, ohne sein Sperma zu schlucken. Wenn du beim Blasen aktiv bist, kannst du dir z.B. ziemlich leicht einen Tripper, eine Syphilis oder eine Hepatitis A und B einfangen. Wenn du dich vor diesen Krankheiten sicher schützen willst, solltest du Kondome benutzen. Übrigens gibt es Kondome mit Geschmack, die das Latexlutschen leichter machen. Und wenn du extradünne Kondome benutzt, dann wird auch dein Freier nur wenig von der Gummihaut spüren.
Wenn dir der Freier ins Gesicht spritzen will, geht das in Ordnung, wenn du keine Hautverletzungen hast. Dabei darf kein Sperma ins Auge kommen, denn auch da ist die Haut empfindlicher.
Und wenn er doch kommt? Dann raus mit dem Saft. „Nicht schlucken, spucken!“ ist die Devise. Spuck es aus und wenn du hast, spül deinen Mund mit hochprozentigem Alkohol, z.B. Wodka aus und spucke es aus.

Passiv – der Gast bläst dir einen

Wenn du selber passiv bist, kannst du dir in der Regel kein HIV holen. Dennoch bestehen Risiken. Wenn dein Freier einen Tripper oder eine Syphilis im Mund hat, holst du sie dir mit großer Wahrscheinlichkeit auch. Auch eine hässlich anzusehende Infektion mit Genitalherpes kann auf diesem Weg entstehen.
Wenn dein Freier eine Verletzung im Mund hat, z.B. vom Zähneputzen oder wegen Zahnfleischbluten, kannst du dich mit HIV anstecken. Denn vorne an deiner Eichel ist eine Region, in die der AIDS-Erreger besonders leicht eindringen kann. Wenn dort ganz kleine, nicht sichtbare Tröpfchen Blut landen, besteht ein Ansteckungsrisiko.

Hautveränderungen

Egal, ob du dir einen blasen lässt oder ob du selber bläst, wenn du Hautveränderungen bei dir oder deinem Freier feststellst, solltest du auf jeden Fall ein Kondom benutzen. Denn eine solche Veränderung kann ein Hinweis auf eine Krankheit sein. Und wenn die Wunde, Verletzung oder Rötung an deinem Schwanz ist, kannst du dich dort viel leichter mit Krankheiten anstecken, z.B. mit HIV. Vorsicht auch nach der Schamhaarrasur! Bei jeder Rasur entstehen kleine Schnittwunden, die eine einfache Eintrittspforte für Krankheiten sind.

Ficken

Aktiv – du fickst den Gast

Beim Ficken auf jeden Fall Kondome verwenden. Wenn du ohne Gummi beim Analsex aktiv bist, besteht ein sehr hohes Risiko, dass du dich mit HIV ansteckst.
Vorne an der Eichel, da wo die Harnröhre endet und das Sperma und die Pisse rauskommen, hast du eine Region, in der das HI-Virus besonders leicht andocken kann. Wenn du aktiv fickst, dann entstehen bei deinem Kunden fast immer kleine Risse in seiner Darmschleimhaut, denn diese Haut ist sehr empfindlich. Durch diese kleinen Risse landen winzige Tropfen von seinem Blut auf deinem Schwanz. Mit bloßem Auge kann man das gar nicht sehen. Wenn das Blut HIV enthält, dann setzt sich das Virus an deine Harnröhre und du steckst dich mit HIV an. Deswegen musst du, auch wenn du aktiv bist, ein Kondom verwenden. Neben AIDS schützt du dich mit einem Gummi auch vor einem knappen Dutzend anderer unangenehmer sexuell übertragbarer Krankheiten wie dem Tripper, Feigwarzen oder der Syphilis.

Passiv – du wirst vom Gast gefickt

Beim Gefickt-Werden auf jeden Fall Kondome verwenden! Das größte Risiko, dich mit HIV anzustecken, besteht, wenn du dich ficken lässt. Wenn dein Kunde in dir kommt, dann hat das Sperma Zeit sich zu verteilen. Auch das HI-Virus kann sich dann in aller Ruhe einen Weg in deinen Körper suchen. Doch auch ohne dass dein Gast in dir kommt, ist das Risiko einer HIV-Infektion groß. Denn in deiner Darmschleimhaut entstehen Risse, durch die der Vorsaft in den Körper gelangt. Der Vorsaft enthält HI-Viren in geringer Menge. Das ist beim Blasen weitgehend ungefährlich. Aber wenn das Virus wie beim Ficken direkt in deinem Blut landet, dann kannst du dich schnell anstecken. Deswegen verwende beim Ficken auf jeden Fall Kondome. Es schützt dich auch vor den ganzen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Reichlich Gleitgel hilft, dass das Kondom nicht reißt und deine Darmschleimhaut nicht so sehr gefährdet ist. Außerdem erleichtert es das Eindringen. Wenn mal kein Gleitgel vorhanden ist, nimm Spucke. Auf keinen Fall darfst du auf Öle oder Cremes zurückgreifen, denn die machen das Gummi kaputt.

Ich bin positiv. Warum soll ich Kondome verwenden?

Wenn du positiv bist, solltest du beim Ficken Kondome verwenden, um andere Menschen nicht mit dem HIV anzustecken. Wenn du mit einem Mann oder einer Frau ohne Gummi schläfst und ihm oder ihr nicht sagst, dass du positiv bist, kannst du dafür sogar vor Gericht kommen.
Aber auch, wenn du mit einem anderen Positiven Sex hast, solltest du zum Latex greifen. Denn HIV ist nicht gleich HIV. Die HI-Viren verändern sich. Einige Viren sind so verändert, dass man ihre Vermehrung nicht mehr mit Medikamenten aufhalten kann. Ärzte sagen dann, dass das Virus „Resistenzen“ entwickelt hat. Wenn du positiv bist und ohne Gummi vögelst, kannst du dir zwar kein HIV mehr holen, weil du es ja schon hast. Aber du kannst dir Resistenzen einfangen, die eine Behandlung deiner Krankheit schwieriger machen. Es kann sein, dass du dir mit solchen Resistenzen deine Lebenszeit verkürzt.
Außerdem kannst du dir beim Ficken ohne Gummi eine Menge anderer Krankheiten holen. Und weil dein Körper durch das HIV geschwächt ist, kann er sich nicht mehr gut gegen die anderen Krankheiten wehren. Schon eine einfache Infektion mit Feigwarzen kann dann sehr unangenehm werden, weil du die Gewächse nicht mehr los wirst.

Kondome und Gleitgel

Kondome gehören zur Grundausstattung im Sexbusiness. Mit Kondomen schützt du dich vor HIV und anderen Krankheiten. Kondome signalisieren deinem Gast, dass du ein Profi bist, der weiß, wie man sich beim Sex verhalten sollte. Nur wer glaubt, nichts mehr zu verlieren zu haben oder keine Ahnung vom Sex, verzichtet auf den Einsatz von Gummis.
Halte Kondome immer einsatzbereit. Ob zuhause in der Schale oder unterwegs in der Hosentasche, sie sollten schnell zur Hand sein.
Wenn der Kunde sich ziert, überleg dir, warum er auf Safen Sex verzichten will. Vielleicht ist er schon positiv? Leg dir ein paar Sätze als Antwort zurecht. Zum Beispiel: „Das ist mein Körper, mit dem habe ich noch einiges vor. Deswegen schütze ich mich.“, „Das ist auch in deinem Interesse, schließlich schütze ich auch dich.“, „Warte erst mal ab, bis ich dich ficke, dann glaube ich nicht, dass du nichts spürst.“, „Viele Krankheiten kann man gar nicht sehen, z.B. Chlamydien. Da schütze ich mich lieber.“ Wenn er mehr Geld bietet, kannst du ihm sagen: „Meine Gesundheit kannst du mit allem Geld der Welt nicht kaufen.“

Qualität

Gute Kondome sind auf der Verpackung mit dem CE-Siegel bedruckt. Sie haben ein Haltbarkeitsdatum, das nicht überschritten sein darf. Wenn Kondome abgelaufen sind, werden sie brüchig und bekommen schneller Löcher. Benutze beim Anschaffen dickere Gummis. Sie halten auch den heftigeren Analsex aus. Die dickeren Kondome haben in der Regel eine Wandstärke von 0,1mm (zum Vergleich: die normalen Gummis 0,06-0,08mm). Sie heißen z.B. London extra stark, ht spezial oder condomi strong. Im Internet kannst du sie im 100er Pack bestellen, die nicht viel kosten. Bewahr sie sicher auf, lege sie nicht in die Sonne oder ins Gefrierfach und auch im Portemonnaie werden sie oft so geknickt, dass sie Löcher bekommen.

Überziehen

Probier es aus! Warte nicht auf den Moment mit deinem Kunden, sondern übe es mit einem 10er Pack in Ruhe. Du wirst einige Handgriffe entwickeln, die das Überziehen einfacher machen. Du kannst auch mit einem Dildo üben. Manche Profis schaffen es sogar, das Gummi mit dem Mund überzurollen. Das überzeugt dann auch den hartnäckigsten Freier.
Achte beim Auspacken darauf, dass du das Gummi nicht mit deinen Fingernägeln verletzt. Wenn du das Gummi auf die Eichel setzt, gehört die Wulst nach außen. Halte das Reservoir (den Zipfel) mit der einen Hand zu, damit keine Luft reinkommt und hinterher das Sperma Platz hat. Dann roll es über deinen Schwanz. Zieh das Kondom über, bevor ihr mit dem Analsex anfangt und nicht erst bevor er oder du kommst. Wenn ihr fertig seid, halte das Kondom am Ende fest und zieh den Schwanz raus. Dann ab damit in den Müll, Kondome sind nicht wieder verwertbar.

Zu groß, zu klein

Vor ein paar Jahren hat eine Uni das deutsche Durchschnittsglied ausgemessen. Die Forscher kamen auf eine Länge von durchschnittlich 15cm. Die europäische Kondom-Norm schreibt vor, dass Gummis mindestens 17cm lang sein müssen. Für den deutschen Durchschnittsmann dürfte es also reichen.
Trotzdem klagen viele Männer, dass ihnen die Gummis nicht passen oder dass sie den Schwanz einschnüren. Die meisten meinen damit wohl, dass ihnen Gummis zu eng sind. Im Schnitt hat das europäische Kondom eine Breite von 5,2-5,4cm. Wenn dir das zu eng ist, gibt es eine Reihe von Marken, die breitere Kondome herstellen. Sie sind in der Regel 5,4 bis 5,6cm breit und 19-20cm lang. Markennamen sind z.B. Condomi xxl (5,4cm) Durex Kingsize (5,7cm) oder London extra groß (5,7cm). Auch hier hilft nur die Anprobe. Wenn das immer noch kneift, dann musst du dir über das Internet Kondome aus den USA bestellen. Dort gibt es Kondome bis zu einer Breite von 6cm (z.B. Trojan Magnum oder individuelle Kondome von Condomania).
Mehr Männer in Deutschland dürften das Problem haben, dass ihnen das Durchschnittskondom abrutscht. Das ist gefährlich, weil das Sperma in den Arsch kommen kann. Einige Kondomhersteller haben diesen Fehler entdeckt und bieten jetzt auch Gummis für kleinere Schwänze an. Mamba von RFSU (5,1cm), Amor extra klein (4,9cm). Wer noch kleinere Gummis braucht, muss sich ebenfalls wieder in den USA Gummis bestellen. Die Firma Condomania bietet dort Kondome bis zu einer Breite von 4cm an.

Allergie

Wer unter einer Latexallergie leidet, muss zu Kondomen aus Polyurethan greifen, wenn er keine Pickel am Schwanz bekommen möchte. Dafür muss er allerdings tief in die Tasche greifen. Das Kondom Avanti der Firma Durex kostet z.B. ca. 4 € pro Stück. Männer mit Latexallergie sollten sich also gut überlegen, ob sich das Anschaffen für sie rechnet.

Gummi geplatzt

Und dann ist es doch passiert - das Gummi ist gerissen. Egal, ob du aktiv oder passiv warst, es besteht eine große Gefahr, dass du dich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit oder mit HIV ansteckst.
Der aktive Partner sollte direkt pinkeln gehen und seinen Schwanz abwaschen. Durch den Urin kann er Blut von seiner Schleimhaut wegbekommen und durch das Wasser Reste außen am Schwanz wegwaschen. Der passive Partner sollte auf keinen Fall seinen Darm auswaschen oder eine Spülung vornehmen. Damit kann er die Darmschleimhaut verletzten und weitere Eintrittsorte für Viren und Krankheiten schaffen.
Wenn du weißt, dass dein Partner HIV-positiv ist, dann kommt eine Post-Expositions-Prophylaxe, kurz PEP, in Frage. Unmittelbar nach dem Kondomunfall musst du dich an einen Arzt oder ein Krankenhaus wenden. Wenn die Situation länger als 48 Stunden her ist, ist der Nutzen der Behandlung fraglich und wird kaum mehr durchgeführt. Bei der PEP bekommst du für 4 Wochen sehr starke Medikamente, die sonst bei der HIV-Therapie verwendet werden. Die PEP wird in der Regel nur vorgenommen, wenn man weiß, dass der Sexpartner positiv ist. Wenn man nicht weiß, ob der Sexpartner positiv ist, dann wird sie nur im Ausnahmefall vorgenommen. Zum Beispiel, wenn ihr wisst, dass dieser Freier häufig Sex mit Jungs hat und dabei nie ein Kondom verwendet. Weil es sich um eine schwierige Frage handelt, kennt sich nicht jeder Arzt gut damit aus. Wenn ihr nicht direkt zu einem Spezialisten geht (in Köln z.B. die HIV Station der Uniklinik), müsst ihr hartnäckig sein und auf das HIV Risiko hinweisen. Ganz klar ist: Die PEP ist kein Schutz im Sinne einer „Pille danach“. Ihr Nutzen ist nicht bewiesen. Und es ist eine schwere Behandlung, die häufig mit heftigen Nebenwirkungen einhergeht. Der einzige Schutz gegen eine HIV-Infektion ist das Benutzen von Kondomen.

HIV-Test (Untersuchungen und Impfungen)

HIV-Test

Mit einem HIV-Test (mache sagen auch Aids-Test dazu) könnt ihr herausfinden, ob ihr euch mit HIV angesteckt habt oder nicht.
Ein Test empfiehlt sich, wenn ihr eine Risikosituation erlebt habt. Also nach einer Situation, in der ihr euch mit HIV angesteckt haben könntet, z.B. beim Ficken ohne Kondom oder beim Schlucken von Sperma. Für den Test bekommt ihr Blut abgenommen. Das Blut wird ins Labor geschickt und auf Antikörper gegen HIV untersucht. Deswegen heißt der Test ganz korrekt HIV-Antikörpertest. Wenn man sich mit HIV angesteckt hat, ist das Ergebnis positiv. Fällt der Test negativ aus, hat man kein HIV.

3 Monate warten

Nach einer Risikosituation muss man drei Monate warten, bis das Testergebnis aussagekräftig ist. Solange braucht der Körper, bis sich Antikörper gegen das Virus gebildet haben, nach denen man bei dem Test sucht. In diesen 3 Monaten müsst ihr beim Sex Kondome benutzen, sonst wisst ihr nicht, ob das Ergebnis vom HIV-Test stimmt oder nicht stimmt. Denn nach jeder Risikosituation zählen die 3 Monate von Neuem.

Warum soll ich einen Test machen?

Zunächst einmal bietet der Test die Möglichkeit, nach einer Risikosituation die Unsicherheit vom Tisch zu haben. Wenn du infiziert sein solltest, ist es wichtig, dass du dich in medizinische Behandlung begibst. Je früher, desto besser. Sonst kann es zu schweren Schäden an deinem Immunsystem kommen. Außerdem stehst du für deine Sexpartner in Verantwortung. Wenn du positiv bist, ist es unbedingt notwenig, dass du Kondome benutzt. Sonst kannst du andere Menschen anstecken. Bevor du einen Test machst, lass dich gut beraten!

Das Ergebnis ist negativ

Negativ heißt, dass du dich nicht mit HIV infiziert hast. Dann fällt dir sicher ein Stein vom Herzen. Jetzt ist die Zeit zu fragen, was du tun kannst, um gesund zu bleiben. Denn die Gefahr, dich zu infizieren, ist nicht gebannt. Wie kam es eigentlich, dass du eine Risikosituation beim Sex hattest? Hat der Freier dir mehr Geld dafür geboten, ohne Gummi zu vögeln? Hast du gedacht, der sieht doch gesund aus? War grade kein Gummi zur Hand oder warst du zu sehr drauf, um dein Gehirn einzuschalten? Überleg mal, was deine Stolpersteine auf dem Weg zum Safen Sex waren. Und überleg, wie du sie aus dem Weg räumen kannst.

Das Ergebnis ist positiv

Wenn das Ergebnis positiv ist, bedeutet das, dass du dich mit HIV angesteckt hast. Ein positives Ergebnis ist immer ein Schock und es braucht einige Zeit, bis du es verarbeitet hast. Es gibt nichts, was du sofort unternehmen musst. Lass dir Zeit. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht, dass du AIDS hast und morgen schon schwer krank bist. Mit einer guten Behandlung kannst du eine annähernd normale Lebenserwartung haben. Wichtig ist, dass du einen Arzt findest, der auf die Behandlung von HIV spezialisiert ist. Hier wird geklärt, wie dein Gesundheitszustand zurzeit ist. Der Arzt wird mit dir überlegen, ob du mit einer Behandlung beginnen musst oder nicht. Sicher gehen dir dann eine Menge Fragen im Kopf herum. Wem soll ich von meinem Testergebnis erzählen? Wie geht es jetzt weiter mit der ärztlichen Behandlung? Wende dich an unsere Berater, wir können dir entweder selber weiter helfen oder dir eine gute Beratungsstelle in deiner Nähe nennen.

Wo kann ich einen Test machen?

Den HIV-Test kann man in vielen Städten anonym und kostenlos beim Gesundheitsamt machen.
In Köln könnt ihr den Test bei Looks oder über Looks direkt im Gesundheitsamt machen. Ruft uns dazu an (0221/2405650) oder schreibt uns eine Mail info@looks-ev.de.
Im Gesundheitsamt finden die ärztlichen Untersuchungen montags von 9.00-12.00 Uhr, dienstags und mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 11.00 Uhr statt. Wenn ihr für einen HIV Test ins Gesundheitsamt geht, müsst ihr euch erst beraten lassen. Termine dafür gibt es unter der Telefonnummer 0221/221-24602.
Wenn ihr in einer anderen Stadt wohnt, könnt ihr auf www.info4escorts.de die nächste Beratungsstelle für männliche Prostituierte finden. Oder wendet euch an die Hotline zu HIV und AIDS der BzgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) unter 01805/555444 (Montag bis Donnerstag 10.00-22.00 Uhr, Freitag bis Sonntag 10.00-18.00 Uhr, z. Zt. 12 Cent pro Min. bundesweit). Sie werden euch mit Adressen weiter helfen.
Natürlich könnt ihr auch bei eurem Hausarzt einen Test machen lassen. Der kann allerdings Geld kosten. Nur wenn ihr eine Risikosituation hattet oder Beschwerden, die auf eine Infektion hinweisen, ist er kostenlos.
Macht keine Tests über das Internet oder bei privaten Laboren. Dort werden schlechtere Tests durchgeführt und es findet keine gute Beratung statt.

Impfungen

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. Wenn du im Sexbusiness tätig bist, empfehlen wir dir unbedingt eine solche Impfung vorzunehmen. In manchen Gesundheitsämtern ist die Impfung kostenlos und anonym. Sprich uns an, wir können dir weiterhelfen.
Auch dein Hausarzt kann die Impfung vornehmen. Für Sexarbeiter ist sie kostenlos, die Kasse bezahlt die Impfung. Wenn es dir unangenehm ist, über deinen Job zu sprechen, gibt es andere Möglichkeiten. Auch für schwule Männer übernimmt die Krankenkasse die Impfung. Oder du bezahlst die Impfung selber, sie kostet etwa 100 €.

Andere Untersuchungen

Viele sexuell übertragbare Krankheiten kann man nicht oder nicht immer sehen oder erkennen. Die Syphilis ist zum Beispiel eine Krankheit, die häufig nicht erkannt wird. Da hilft nur eine Blutuntersuchung, bei der du auf Krankheiten durchgecheckt wirst. Manche Experten raten dazu, dich alle 3 Monate auf sexuell übertragbare Krankheiten untersuchen zu lassen. In Köln werden diese Untersuchungen kostenlos und anonym vom Gesundheitsamt durchgeführt. Auch in anderen Städten gibt es solche Möglichkeiten. Wenn du die richtigen Adressen haben willst, nimm Kontakt zu uns auf. Auch dein Hausarzt führt diese Untersuchungen durch.

Dirty und S/M

Dirty

Sammelbegriff für alle Sextechniken, die mit Kot und Urin zu tun haben. Viele Freier stehen auf solche ausgefallene Sexspiele. Wenn du ein solches Angebot eingehst, sei dir im Klaren darüber, dass es einige besondere gesundheitliche Risiken gibt. Beim Rimming (Arschlecken) besteht ein hohes Risiko, dich mit Hepatitis A anzustecken. Lass dich deswegen dagegen impfen (siehe oben). Die gleiche Gefahr besteht auch, wenn ein Kunde dich anpissen möchte (Natursekt oder NS, auch golden shower genannt). Im Urin können die Hepatitis A Erreger, aber auch andere Krankheiten stecken. Das gleiche gilt für Kot (Scheiße, Scat, Kaviar oder KV). Auch darin kommen besonders viele Erreger von bestimmten Krankheiten vor. Wenn du diese Techniken anbietest, dann lass dich vorher auf Hepatitis impfen.

Fisten

Zu deutsch: Faustfick. Beim Fisten wird die Hand oder Faust des aktiven Partners in den Arsch des passiven Partners gesteckt. Hierbei kommt es immer wieder zu Verletzungen wie Blutungen oder lebensgefährlichen Darmrissen. Nur die wenigsten Escorts bieten diese Technik als passiver Partner an. Wenn du einen Kunden aktiv fistest, gehört eine besondere Vorsicht dazu. Du musst unter Beweis stellen, dass du das Vertrauen deines Kunden verdienst. Gute Absprachen sind wichtig. Zur absoluten Grundausstattung gehören Handschuhe. Da es fast immer zu kleinen Verletzungen der Darmschleimhaut kommt und auch unter den Fingernägeln häufig nicht sichtbare Hautverletzungen vorkommen, ist das Risiko groß, sich mit HIV anzustecken. Also unbedingt mit Handschuhen fisten! An Gleitmittel darf beim Fisten nicht gespart werden. Benutzt es ausreichend, damit das Eindringen leichter klappt und es zu weniger Verletzungen kommt. Der aktive Partner sollte darauf achten, dass seine Fingernägel kurz geschnitten sind, damit er die Darmschleimhaut nicht aufritzt. Und dann das wichtigste: Lasst euch Zeit! Fisting ist nichts für die schnelle Nummer im Park oder auf der Toilette. Der Schließmuskel muss langsam gedehnt werden. Hört auf, bevor die Belastungsgrenze erreicht ist.

SM

SM ist das Sammelwort für alle Sexpraktiken, bei denen das Beherrschen, Quälen und Demütigen auf der einen (Sadismus) und das Unterwerfen, Leiden und Erniedrigen (Masochismus) auf der anderen Seite stehen. Ganz unterschiedliche Praktiken werden damit verbunden. Vom Rollenspiel (Lehrer-Schüler, Arzt-Patient, Offizier-Soldat), über Flagspiele (Schlagen), Breath-Taking (Atmung kontrollieren), CBT (Schwanz und Eier Bearbeitung) und Bondage (Fesselspiele) bis hin zu Folterpraktiken (Andreaskreuz, Pranger).
Für alle Praktiken gilt: Tut nichts, was ihr nicht machen wollt. Verlasst euch auf euer Gefühl, wie weit ihr bei einem Kunden geht. Kein Freier kann euch vorschreiben, was ihr tun sollt. Und ihr solltet SM-Praktiken nur anbieten, wenn ihr sie beherrscht. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass ihr euch oder eure Kunden verletzt. SM kann man nicht in einem Buch lernen, auch nicht auf einer Internetseite. Am besten geht ihr bei einem erfahrenen Master (Meister, Herr) in die Lehre. Der kann euch zeigen, wie man ohne zu gefährden fesselt, oder ohne Spuren zu hinterlassen schlägt (viele Kunden wollen zuhause nicht erklären müssen, woher ihre Peitschenspuren kommen).
Natürlich gelten beim SM die allgemeinen Safer Sex Regeln. Manche von den Spielen können recht schnell blutig werden. Deswegen: Seid vorsichtig. Achtet darauf, dass bei SM Spielen kein Blut fließt. Jeder Blutkontakt ist besonders gefährlich und birgt das Risiko einer Ansteckung mit HIV.