Die Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt und trotzdem bis heute ein gesellschaftliches Tabu.
Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für jemanden, der im Sexbusiness tätig ist: Sexarbeiter, Prostituierter, Stricher, Callboy, Escort, Sexworker und mit Sicherheit noch viele mehr. Manche Begriffe sind traditionell geprägt, andere haben sich im Laufe der Zeit entwickelt oder deuten auf Unterschiede im Grad der Professionalität hin. Es ist jedem selbst überlassen, mit welcher Bezeichnung er sich identifiziert.
Das Bild vom Jüngling mit dem Riesenschwanz und dem Luxusleben trifft eher selten zu. Den typischen Callboy oder Stricher gibt es nicht. Die Gründe zum Anschaffen und die Arbeitsweise, sowie das Aussehen oder das Alter sind bei jedem anders. Die wichtigsten Grundregeln findest du auf den Seiten Safer Sex und Safer Work. Die einen sehen Sexarbeit als Job, die anderen verdienen sich etwas dazu und wieder andere müssen Geld durch Anschaffen verdienen, weil sie keine Alternativen haben oder sich in einer Notlage befinden.
Die Gründe sind vielfältig. Bevor du dich entscheidest, mit der Sexarbeit dein Geld zu verdienen, solltest du dir überlegen, weshalb du die Prostitution wählst und ob es möglicherweise andere Möglichkeiten gibt. Denn der Job und die Szene verlangen viel ab. Der Einstieg ist schnell gemacht. Der Ausstieg dagegen kann sehr schwierig sein. Bevor du anfängst, frag andere Sexarbeiter nach ihren Erfahrungen oder lass dich beraten.
Die Gründe, warum jemand mit Sex Geld verdient, sind unterschiedlich.
Vielleicht findest du auch noch andere Gründe. Überleg dir, warum du es machen willst. Du kannst dich von den Einrichtungen für Escorts und Stricher dabei beraten lassen.
Es gibt verschiedene Orte an denen man seine Freier bzw. Kunden findet:
In den meisten Großstädten gibt es Stricherkneipen, einen Straßenstrich oder Clubs. Wenn man in ländlichen Gebieten wohnt, bietet sich das Internet an.
In der realen Welt triffst du den Freier vorher, du siehst ihn und kannst dir ein Bild von ihm machen. Bestenfalls bekommst du ein Gefühl dafür, ob dir der Freier passt oder nicht. Du lernst auch andere Leute aus der Szene kennen, wie andere Jungs oder Barkeeper. Mit denen kannst du dich z.B. über linke Freier austauschen. Ein Nachteil ist, dass du relativ viel Zeit in den Kneipen oder auf der Straße verbringst, während du auf einen Freier wartest. Und viele wollen nicht in der Öffentlichkeit stehen.
Das Internet bietet große Anonymität. Das Geschäft ist häufig viel schneller abzuwickeln. Man muss sich nicht lange aufhalten, bis man eine Anfrage von einem Freier bekommt. Auch die Gefahren beim Anschaffen übers Internet sind nicht zu unterschätzen. Ein Nachteil ist, dass du den Freier vorher nicht siehst. Besser ist, du lässt dich vor einem Date von ihm anrufen, um dir ein Bild von ihm machen zu können. Sei vorsichtig mit den vielen Fakern im Internet. Das sind Männer, die falsche Angaben machen. Sie sind nicht wirklich auf Sex aus, sondern geilen sich durch das Hin- und Her-Schreiben von heißen Texten auf.
Es gibt natürlich keine offiziellen Preislisten für Dienstleistungen in der Sexarbeit. Du kannst dich an den anderen Callboys orientieren.
Überlege, was dir deine Angebote wert sind. Mach dir deine eigene Preisliste und sei klar bei den Absprachen. Unterscheide dabei nach Praktiken und Dauer. Lass nicht mit dir verhandeln!
Denk daran, auch Geld auf die Seite zu legen oder es dir gut einzuteilen. Am Anfang bist du ein neues Gesicht und damit häufig sehr begehrt und das Geschäft läuft gut. Aber das kann nachlassen. Also: Wenn du einen anderen Job hast, solltest du ihn nicht so schnell kündigen in dem Glauben, im Sexbusiness das schnelle Geld machen zu können.
Übrigens: Kein Geld der Welt ist es wert, deinen Körper und deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Absprachen sind das A und O in dem Job:
Sprich vorher die Sexpraktiken ab (Küssen, Anal, Oral, SM…?).
Frag den Freier vorher, wie er sich den Sex vorstellt.
Sage deutlich, was du anbietest und unter welchen Bedingungen.
Mach auch klar, welche Sexpraktiken bei dir Tabu sind (Pissspiele, SM, Bondage…?).
Frage nach Tabus bei dem Freier.
Sprich den Ort, die Zeit und die Dauer eures Zusammentreffens ab (Toilette oder Hotel, Quickie oder Übernachtung?).
Und am wichtigsten: Mach vorher klar, dass du nur geschützten Sex hast!
Dadurch wird dem Freier klar, dass du Profi bist und dich nur auf Sex mit Spielregeln einlässt. Wichtig ist, dass ihr beide Euch an die Absprachen haltet. Das beschert dir einen guten Ruf und der ist nötig für eine gute und zahlreiche Kundschaft!