Die Zielgruppe von Looks und deren Lebenssituation
Seit jeher besteht ein großer Bedarf an sexuellen Dienstleistungen durch Jungen und junge Männer, deren Dienste hauptsächlich von männlichen Kunden nachgefragt werden.
In Köln gehen jährlich schätzungsweise 1000 junge Männer im Alter von 13-30 Jahren regelmäßig oder phasenweise der Prostitution nach.
Zumeist handelt es sich um Notlagenprostitution. Viele "Jungs", wie sie sich selber nennen, fliehen aus zum Teil unerträglichen familiären Verhältnissen, in denen sie Gewalt, Missbrauch und starke Vernachlässigung erfahren haben.
Über die Hälfte der Jungen sind Migranten oder stammen aus Familien mit Migrationshintergrund. Bei vielen dieser Jungen kommen Problematiken, wie ungesicherter oder unzureichender Aufenthaltsstatus, sprachliche Barrieren, unzureichende gesundheitliche Versorgung und fehlende soziale Bindungen hinzu.
Viele Jungs sind mit einer Fülle sozialer, psychischer und gesundheitlicher Probleme konfrontiert: Wohnungslosigkeit, materielle Not, fehlende Beziehungen, abgebrochene oder fehlende Ausbildung, hoher Alkohol- und Drogenkonsum, chronische Erkrankungen, kriminelle Erfahrungen und eine fehlende Anbindung an das System sozialer Sicherung.

Soziale Ausgrenzung und Diskriminierung bestimmen das öffentliche Verhalten gegenüber männlichen Prostituierten. Das ohnehin meist schwache Selbstwerterleben der Stricher wird durch diese Erfahrungen noch geringer. Und wer nicht weiß, wie viel er selber wert ist, dem ist auch seine Gesundheit nicht wichtig. Das kann zu einem risikoreichen Sexualverhalten mit schweren gesundheitlichen Folgen führen.

